Sind Olympische Spiele noch zeitgemäß?
BriefLetter - Issue 04/2013

Regelmäßig hinterfragen die für das Gemeinwohl Verantwortlichen, ob es noch in die heutige Zeit passt, Olympische Spiele durchzuführen. Vor kurzem haben sich 53 Prozent der Wähler im Kanton Graubünden gegen Olympische Winterspiele 2022 in St. Moritz und Davos ausgesprochen. Begründung: Olympische Spiele seien zu teuer und unnötig und sie würden irreparable Umweltschäden zurücklassen. Außerdem seien die Forderungen der Organisatoren in materieller und repräsentativer Hinsicht überzogen. An all dem mag sicherlich etwas dran sein. Trotzdem, wenn allein dies  eine existenzielle Gefahr für die Idee „Olympische Spiele“ darstellt , dann darf man nicht die Olympischen Spiele abschaffen, sondern muss die Umstände ändern.

München, vor nicht allzu langer Zeit trotz eines riesigen Bewerbungsaufwands gescheitert, wittert Morgenluft und rüstet sich bereits wieder für eine neuerliche Bewerbung, der man diesem Mal jedoch eine Volksbefragung vorausschicken will. Darauf zu spekulieren, dass einem mangels ernstzunehmender Mitbewerber Olympische Spiele quasi in den Schoß fallen und dass man es schließlich mit den Kosten irgendwie doch hinbringen kann, scheint ein gewagtes Spiel zu sein.

Wer es ehrlich meint mit der olympischen Idee, der muss sich für die Machbarkeit neuer Spielregeln einsetzen. In erster Linie sind dabei an die Spielregeln hinsichtlich der organisatorischen und der finanzieller Machbarkeit zu denken. Die Verhältnismäßigkeit von Aufwand und Ertrag sind in Augenschein zu nehmen. Wobei, wenn es um den Ertrag geht, nicht der monetäre Ertrag das Entscheidende sein darf, sondern vielmehr das, was Olympische Spiele der Welt, die immer mehr an emotionaler Armut leidet, an Lebensfreude zu geben vermag.

Es ist heutzutage so viel von Bewahrung die Rede. Es geht uns darum, jedenfalls reden wir immer darüber, die Lebensqualität unter allen Umständen zu bewahren, wenn nicht sogar noch zu verbessern. Und wir sind dann immer gleich dabei, über den Umweltschutz zu reden, über die Gefahren der Erderwärmung zu diskutieren, die Bewahrung der Schätze der Natur zu fordern und so weiter und so weiter. Ganz selten ist die Rede davon, dass wir uns auch die Freude, die Freude am Leben bewahren müssen. Olympische Spiele sind nicht nur Zusammenkünfte, bei denen ausschließlich Einzel- und Mannschaftsleistungen im Wettbewerb bewertet werden. Es sind Treffen, bei denen die Freuden des Lebens ein Fest feiern können. So gesehen geht es sicherlich nicht um Frage, ob wir uns auch in Zukunft noch Olympische Spiele leisten sollen und wollen beziehungsweise es auch können, sondern wie wir es anstellen müssen, ihre zwingende Notwendigkeit überzeugend darzustellen. Wenn wir den Wert der Freude in den Fokus rücken, dann finden wir auch das rechte Maß, um finanzielle  Disziplin zu wahren und auch sonst verantwortlich zu handeln.

Die Freude am Leben ist eines der höchsten Güter, die wir besitzen. Olympische Spiele können dazu beitragen, Lebensfreude zu nähren. Wenn wir das so sehen, dann finden wir auch Mittel und Wege, Exzesse und Verwerfungen zurückzudrängen und das Wesentliche wieder zu erkennen. In diesem Sinne ein Ja zu Olympischen Spielen.
 
SchmidPreissler SchmidPreissler Strategy Consultants


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Editor: Dipl. Soz. Maximiliana Schürrle

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